Schlagwort: Alexander Töpfer

  • Von Wörtern und Waffen: Jungeuropa-Vernetzungstreffen in Altenburg mit AfD, Vorfeld und Terrorhelfern

    Am Samstag, dem 02. Mai 2026, fand im Dorf Kosma, einem Ortsteil von Altenburg in Thüringen, das überregionale Verlagstreffen des extrem rechten Verlags „Jungeuropa“ statt. Die Veranstaltung diente als Vernetzungstreffen für extrem Rechte aller Couleur. Von AfD-Abgeordneten bis zu NSU-Unterstützern wie André Kapke gaben sich hier VertreterInnen aller Spektren die Klinke in die Hand. Finanziert wurde das Ganze durch die ESN-Fraktion (Europaparlamentsfraktion, die von der AfD dominiert wird) und fünf AfD-Abgeordneten.

    An Wand angebrachter Fernseher, der zeigt: Fünf Fotos mit den Namen Tomasz, Torben, Robert, Fabian und Kalli. Darunter in Groß "Ehrenmänner." Darunter: "Diese fünf Männer und die ESN-Fraktion im EU-Parlament unterstützen das Jungeuropa-Verlagstreffen 2026 finanziell. Vielen Dank!" In der rechten unteren Ecke das Logo der ESN.
    Tomasz Froelich (MdE), Torben Braga (MdB), Robert Teske (MdB), Fabian Jank (MdL Brandenburg) und Jean-Pascal Hohm (MdL Brandenburg, „Generation Deutschland“-Bundesvorsitzender) sowie die ESN-Fraktion werden als Förderer der Veranstaltung benannt (Bild: Pixelarchiv)

    Es handelte sich bei diesem Zusammenkommen um kein Versehen oder Zufall, sondern die logische Fortsetzung des letzten Jungeuropa-Treffens im vergangenen September im sächsischen Freital, über das das Antifa Recherche Team Dresden bereits berichtete. Auch der Jungeuropa-Verlag selbst machte bereits im Vorfeld in der Bewerbung der Veranstaltung klar, wer hier zusammenkommen sollte: „Hier trifft sich der Fußball-Hooligan mit dem Künstler, der flexible Realpolitiker mit dem Vorfeld-Ideologen“. Die ESN und Abgeordnete wie die Thüringer Bundestagsabgeordneten Robert Teske und Torben Braga finanzierten hier also ganz bewusst die Vernetzung zwischen der AfD als parlamentarischem Arm und den militanten bis rechtsterroristischen Neonazistrukturen. Dieses Zusammengehen unterstrich Teske auf seinen Social Media Profilen und präsentierte sich dort in einer Schlange hinter dem NSU-Unterstützer André Kapke mit sichtbarem Schwarze-Sonne-Tattoo.

    (mehr …)
  • Die identitäre Höcke-Jugend: Gründung der Thüringer ‚Generation Deutschland‘ institutionalisiert neofaschistische Netzwerke

    Zu sehen ist ein Screenshot von einem Aufmarsch von Menschen mit "Junge Alternative"-Fahnen und Deutschlandfahnen. Im vordergrund sind Timm Westermann, Friedrich Hunger, Robin Meyer mit Sonnenbrille und Schlauchschal und Max Sieler zu sehen.
    „Remigration“-Aufmarsch der JA Thüringen in Erfurt am 28.10.2023: der Burgkeller-Burschenschafter Timm Westermann (1.v.l.), neuerdings Landesvorstand der Thüringer „Generation Deutschland“, der Burgkeller-Burschenschafter Friedrich Hunger (2. Reihe m. dunklem Bart), Seite an Seite mit den rechten Schlägern Robin Meyer (Sonnenbrille) und Max Sieler (2.v.r.) aus Weimar (Bild: Youtube)

    Diese Ankündigung dürfte niemanden überrascht haben: Thüringens ehemalige „Junge Alternative“ (JA) hat sich mit Deckungsgleichheit ihres Führungspersonals Mitte Januar in Ilmenau im Hotel Tanne, Sitz der schlagenden Burschenschaft „Vandalia“, neu gegründet. Björn Höcke erschien persönlich, um die Richtung vorzugeben. Die formelle Eingliederung der Jugendorganisation in die Partei wäre in Thüringen kaum nötig gewesen: Die sich rebellisch gebende Jugend ist seit jeher dem Landesparteichef völlig ergeben und zeichnete sich zu keinem Zeitpunkt durch eigene Standpunkte und Kritik an der Parteilinie aus. Die AktivistInnen der ehemaligen JA, die nun als „Generation Deutschland“ weitermachen, sind seit Jahren das Bindeglied zwischen Partei und junger Neonaziszene sowie der „Identitären Bewegung“. Für diese Linie steht auch der neugewählte Vorstand der Thüringer „Generation Deutschland“. Dem neuen Vorstand der Parteijugend gehört als Beisitzer auch Höckes neuer Büroleiter Niklas Aust an, der aus der niedersächsischen Neonaziszene kommt. Der selbstgewählte Spitzname „Höcke-Jugend“ mit Anspielung auf die historische HJ („Hitlerjugend“) passt bestens. Im Folgenden präsentieren wir einen Überblick über das Führungspersonal und die regionalen Schwerpunkte der neu aufgestellten Jugendorganisation.

    (mehr …)
  • Apoldaer AfD-Doppelmandate: Neonazi in Kreistagsfraktion und Stadträte auf Naziaufmarsch

    Foto von der Demonstration am 12.7.25 in Apolda. Es ist eine Person mit einem blauen AfD T-Shirt in der Mitte zu sehen. Im Hintergrund sieht man eine "Heimat"-Fahne, die geschwenkt wird.
    Sinnbild für den Aufmarsch von AfD Weimarer Land und Neonaziszene um „Die Heimat“ am 12.7.2025 (Pixelarchiv)

    Die AfD Weimarer Land verkündete Ende Oktober, Ordnungsmaßnahmen gegen zwei ihrer Funktionäre verhängt zu haben. Grund war deren Rolle in der Organisation des Naziaufmarschs in Apolda am 12.7.2025. Was war passiert? Infolge eines Messerangriffs auf einen pensionierten Mitarbeiter des Apoldaer Landratsamtes mobilisierte die extreme Rechte Thüringens zu einem rassistischen Aufmarsch am 12.7. Aufgerufen wurde einhellig von Teilen der AfD, dem Montagsdemo-Spektrum aus ReichsbürgerInnen und VerschwörungsideologInnen sowie der militanten Neonaziszene von „Die Heimat“ bis ins Kameradschaftsmilieu. Im Vorfeld des Aufmarschs gab es öffentliche Kritik an der sich anbahnenden Zusammenarbeit von AfD und Neonaziszene. Die AfD Weimarer Land begann ihr übliches zweigleisiges Spiel: Teile der Partei signalisierten der aktivistischen extrem rechten Basis ihre Treue durch vermeintliche Standhaftigkeit, während Funktionäre sich mit öffentlichen Distanzierungen von der Neonaziszene, um das noch nicht völlig verrohte CDU-nahe Milieu bemühte, das zumindest nach außen hin nichts mit NS-Ideologie zu tun haben will.

    Im Nachgang des Aufmarschs wurde dieses Spiel mit der Ankündigung fortgesetzt, „Sanktionen“ gegen einzelne Organisatoren des Naziaufmarschs zu prüfen. Drei Monate später wurde die Verhängung von Ordnungsmaßnahmen gegen zwei Mitglieder verkündet, ohne Einzelheiten zu nennen. Tatsächlich sitzt für die AfD ein lange aktiver Neonazi im Kreistag Weimarer Land, der den Aufmarsch am 12.7. zusammen mit weiteren Parteifunktionären aus Kreistag und Stadtrat Apolda organisierte. Zwei Reichsbürger aus dem AfD-Verband Saale-Orla-Kreis und aus dem Parteiumfeld im Weimarer Land waren Anmelder. Als Ordner fungierten militante Kameradschafter, die uniformiert als „deutsche Landser“ mit Reichsadlern auftraten. Ein weiteres Mal blicken wir in diesem Artikel auf die unterschätzten braunen Netzwerke in der Jenaer Nachbarstadt Apolda. Dieses Mal liegt der Fokus auf der AfD und darauf, wie die CDU-geführte Stadtspitze Apoldas den FaschistInnen den Weg bereitet.

    (mehr …)
  • Junge Rechte in Thüringen – von Netzaktivismus zu Straßengewalt

    Man sieht eine Gruppe jugendlicher bis junger Männer mit kurzen Haaren auf dem Erfurter Domplatz. Im Hintergrund ist die AfD-Bühne mit dem Wahlkampfmotto "Der Osten macht's" zu sehen. Mittig sieht man Robin Klein mit Shorts und einem schwarzen Shirt mit der Aufschrift "Kampf der Nibelungen".
    Die Mittelthüringer Neonazijugend rund um die „Nationalrevolutionäre Jugend (NRJ) des III. Weg am 31.8.2024 beim AfD-Wahlkampfabschluss in Erfurt; mittig im Shirt vom „Kampf der Nibelungen“: Robin Klein aus Bad Berka (Bild: Pixelarchiv)

    Rechts zu sein ist in der Thüringer Jugend Trend. Ihr Aktivismus beginnt bei rechter Selbstinszenierung und rechtem Hass auf Social Media, Raumnahmeversuchen durch Sticker-Aktionen und mündet nicht selten in physischer Gewalt gegen Personen, die nicht in ihr rechtsextremes Weltbild passen. Mal sind sie Teil diffuser rechter Cliquenstrukturen, mal in organisierteren (aber dennoch häufig stark fluktuierenden) Gruppen und Netzwerken aktiv – oder auch an klassische extrem rechte Parteistrukturen angebunden.

    In diesem Artikel möchten wir einen Überblick über die verschiedenen Aktions- und Organisationsformen geben und über die Gefahren informieren, die von rechten Jugendlichen in Thüringen ausgehen. Wir werden dafür auf einige Thüringer Beispiele eingehen, aber bei weitem nicht alle Jungnazi-Strukturen in Thüringen abbilden können.

    (mehr …)