Schlagwort: Greiz

  • Reich, rechts, russlandtreu (I): Das Unternehmerpaar Böhm-Schneider von Toskana-Therme und Salve TV

    eine Bildmontage. Links: Zu sehen ist eine große Menschenmenge. Im Hintergrund sind verschiedene Fahnen zu erkennen: zwei Deutchlandfahnen, mehrere Thüringenfahnen sowie eine Fahne mit dem Loge von „Freies Thüringen“. Außerdem werden zwei Schilder hochgehalten, das Hintere ist zu weit in der Ferne um die Schriftzeichen darauf zu erkennen, auf dem Vorderen steht in schwarz und orange (den Fahnen von „Die Heimat“) „Frieden mit Russland“. Vorne links steht eine lächelde Marion Schneider, in den Händen ein wohl die Bühne vor ihr filmendes Handy. Rechts: Die drei Männer sitzen jeweils auf Holzstühlen mit blauem Polster. Rechts Dieter Böhm-Schneider in einem Sessel. Seine Beine sind überschlagen, auf diesen liegen mehrere Blätter Papier. Böhm-Schneiders Blick ist auf den mittig sitzenden Björn Höcke gerichtet, dieser trägt als einziger eine überdimensionierte blaue Krawatte. Hinter Höcke steht ein großer LED-Strahler, der sich im Hintergrund spiegelt. Am linken Bildrand sitzt Dieter Dehm in Trachtenjacke.
    Links: Marion Schneider auf dem Großaufmarsch von AfD und Geraer Naziszene in Gera am 3.10.2022; rechts: Klaus-Dieter Böhm-Schneider beim Interview mit Björn Höcke und Dieter Dehm am 23.10.2025 auf Salve TV, gedreht auf der Ordensburg Liebstedt

    Mit der Erstausgabe der „Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung“ sind neue rechte Medien mit der Finanzierung rechter Millionäre aktuell in aller Munde. In Thüringen gibt es dieses Phänomen bereits seit Jahrzehnten als Fernsehformat: Salve TV, geführt vom Unternehmer-Paar Marion Schneider und Klaus-Dieter Böhm-Schneider. Ihre Unternehmen sind weithin bekannt: Die Toskana-Thermen in Bad Sulza, Bad Schandau und Bad Orb mit jeweils dazugehörigen Hotels. Hinzukommt das Hotel Ritter in Fulda, eine Consulting GmbH, Verwaltungsfirmen für ihre Immobilien und eine Filmproduktionsfirma als Teil von Salve TV. Kürzlich wurde zudem die Ordensburg Liebstedt erworben. Das Unternehmer-Paar ist umtriebig, reich und gut vernetzt. Dass sie eine klare rechte politische Agenda verfolgen, wurde bislang leider noch nicht thematisiert. Vielmehr gelingt es ihnen, sich mal als Friedensbewegte, mal als Kunstmäzene und mal als KommunalpolitikerInnen zu inszenieren. Wer ihre Aussagen in den vergangenen zehn Jahren genauer verfolgt hat, muss zu einem anderen Schluss kommen: Marion Schneider und Klaus-Dieter Böhm Schneider nutzen ihren privaten TV-Sender mit Sendefrequenz in Mittel-/Ostthüringen für eine rechte Agenda: Schneider bietet verschiedensten AktivistInnen aus Kreisen von Querdenken, nationalistischen Montagsdemos und putintreuen Milieus eine Plattform, während Böhm-Schneider in einer wöchentlichen Talksendung rechte Stammtischparolen wiederkäut. Das Paar äußert sich seit Jahren deutlich transfeindlich, steht voll hinter der AfD und brennt für Putins Russland. Zeit für einen kritischen Blick auf die SchlossherrInnen aus Auerstedt und Liebstedt im nördlichen Weimarer Land.

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  • Thüringer Teilnahme am Naziaufmarsch Dresden 14.02.2026

    Am 14.02.2026 fand der geschichtsrevisionistsche Neonaziaufmarsch in Dresden statt. Wenngleich der Aufmarsch dieses Jahr kleiner ausfiel als letztes Jahr, nahmen an dem alljährlichen Szenetreffen wieder zahlreiche Nazis aus Thüringen teil, deren Teilnahme wir im Folgenden dokumentieren. Die größte organisierte Gruppe kam erneut aus Gera und den Strukturen der dortigen rechten Montagsdemo. Doch auch aus dem Spektrum der Splitterpartei „Heimat“, vom verbotenen Netzwerk „Blood and Honour“, aus militanten Kameradschaftsstrukturen und aus dem Rechtsrockbereich kamen erneut TeilnehmerInnen aus Thüringen. Selbstredend durften auch AfD-KommunalpolitikerInnen und -KandidatInnen nicht fehlen. Schreibt uns gern, wenn ihr weitere Personen aus Thüringen identifiziert oder Hinweise zu den abgebildeten Personen habt.

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  • Apoldaer AfD-Doppelmandate: Neonazi in Kreistagsfraktion und Stadträte auf Naziaufmarsch

    Foto von der Demonstration am 12.7.25 in Apolda. Es ist eine Person mit einem blauen AfD T-Shirt in der Mitte zu sehen. Im Hintergrund sieht man eine "Heimat"-Fahne, die geschwenkt wird.
    Sinnbild für den Aufmarsch von AfD Weimarer Land und Neonaziszene um „Die Heimat“ am 12.7.2025 (Pixelarchiv)

    Die AfD Weimarer Land verkündete Ende Oktober, Ordnungsmaßnahmen gegen zwei ihrer Funktionäre verhängt zu haben. Grund war deren Rolle in der Organisation des Naziaufmarschs in Apolda am 12.7.2025. Was war passiert? Infolge eines Messerangriffs auf einen pensionierten Mitarbeiter des Apoldaer Landratsamtes mobilisierte die extreme Rechte Thüringens zu einem rassistischen Aufmarsch am 12.7. Aufgerufen wurde einhellig von Teilen der AfD, dem Montagsdemo-Spektrum aus ReichsbürgerInnen und VerschwörungsideologInnen sowie der militanten Neonaziszene von „Die Heimat“ bis ins Kameradschaftsmilieu. Im Vorfeld des Aufmarschs gab es öffentliche Kritik an der sich anbahnenden Zusammenarbeit von AfD und Neonaziszene. Die AfD Weimarer Land begann ihr übliches zweigleisiges Spiel: Teile der Partei signalisierten der aktivistischen extrem rechten Basis ihre Treue durch vermeintliche Standhaftigkeit, während Funktionäre sich mit öffentlichen Distanzierungen von der Neonaziszene, um das noch nicht völlig verrohte CDU-nahe Milieu bemühte, das zumindest nach außen hin nichts mit NS-Ideologie zu tun haben will.

    Im Nachgang des Aufmarschs wurde dieses Spiel mit der Ankündigung fortgesetzt, „Sanktionen“ gegen einzelne Organisatoren des Naziaufmarschs zu prüfen. Drei Monate später wurde die Verhängung von Ordnungsmaßnahmen gegen zwei Mitglieder verkündet, ohne Einzelheiten zu nennen. Tatsächlich sitzt für die AfD ein lange aktiver Neonazi im Kreistag Weimarer Land, der den Aufmarsch am 12.7. zusammen mit weiteren Parteifunktionären aus Kreistag und Stadtrat Apolda organisierte. Zwei Reichsbürger aus dem AfD-Verband Saale-Orla-Kreis und aus dem Parteiumfeld im Weimarer Land waren Anmelder. Als Ordner fungierten militante Kameradschafter, die uniformiert als „deutsche Landser“ mit Reichsadlern auftraten. Ein weiteres Mal blicken wir in diesem Artikel auf die unterschätzten braunen Netzwerke in der Jenaer Nachbarstadt Apolda. Dieses Mal liegt der Fokus auf der AfD und darauf, wie die CDU-geführte Stadtspitze Apoldas den FaschistInnen den Weg bereitet.

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  • Völkisches Tanzwochenende bei Zeulenroda

    Am Wochenende vom 28. bis 30. März 2025 fand in Pöllwitz, einem Ortsteil von Zeulenroda, ein völkisches Tanzwochende statt. Die Veranstaltung wurde von AkteurInnen der „Volksliedertafel Dresden“ organisiert. Zu den Teilnehmenden zählte u.a. der Holocaustleugner Nikolai Nerling („Volkslehrer“).

    Organisator der Veranstaltung war Robert Strehle, der auf Telegram die Namen „DaDon von Hainsberg aus dem Stamm der Sachsen“ und „Freimann DaDon von Hainsberg“ nutzt. Strehle ist Teil der „Volksliedertafel Dresden“ und bewegt sich in Reichsbürger- und völkischen SiedlerInnennetzwerken. Die „Volksliedertafel Dresden“ nutzt völkische Tänze und „Brauchtumspflege“ als Vehikel, um extrem rechte Ideologie zu verbreiten.

    Teilnehmende des Tanzwochenendes in Pöllwitz bei einem Spaziergang. Teilnehmende tragen teilweise in der völkischen Szene verbreitete Kleidung wie z.B. lange Röcke.
    Teilnehmende der völkischen Tanzveranstaltung in Pöllwitz. Darunter Robert Strehle (hinten mit rosa Kopfbedeckung und Bart) und Nikolai Nerling (hinten mit schwarzer Mütze) (Bild: Pixelarchiv)
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  • Von Wieschke zu Klar: „Heimat“ eröffnet neuen Raum in Gera

    Foto eines rot-grünen Haus. Davor sind Transparente mit "Wir sind die rote Linie" und "Ihr kriegt uns nicht" zu sehen.
    Christian Klars Wohnhaus, in dem sich das „Parteibüro“ befindet, im Jahr 2023

    Am 30. Januar 2025 eröffnete „Die Heimat“ (ehemals NPD) ein neues „Parteibüro“ in Gera. An der Eröffnung nahmen neben „Heimat“-„Prominenz“, Hammerskin-Liedermachern, Reichsbürgern und Jungnazis der „Gerschen Jugend“ auch mehrere AfD-LokalpolitikerInnen teil. Am Abend traten die Neonazi-Liedermacher Philipp Neumann („Phil von FLAK“) und Frank Rennicke bei der Veranstaltung auf. Die in einem Gewerbegebiet gelegene Immobilie droht neuer Trainingsraum für neonazistische KampfsportlerInnen und Veranstaltungsort für kleinere Rechtsrockkonzerte und neonazistische Liederabende zu werden.

    Foto von einem Zaun der als Sichtschutz vor dem Parteibüro aufgebaut ist. Daran sind Transparente und Fahnen befestigt. Auf den Transparenten steht: "In Gedenken der Opfer Dresdens 1945", "Wir sind die rote Linie" und "Lügen haben kurze Beine - Stephan Kramer zeig uns deine". Als Fahnen sind eine Peace Fahne mit einer weißen Taube, eine Fahne des Fürstentums Reuß, der Heimat und der Gerschen Jugend zu sehen.
    Fahnen von der „Heimat“, „Fürstentum Reuß“ und „Gerscher Jugend“ zur Büroeröffnung am 30.01.2025 in Gera (Bild: Pixelarchiv)
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  • Ein Potpourri brauner Netzwerke: Die AfD Gera-Saale-Holzland-Kreis

    Foto der Spitze einer AfD Demonstration. Am Fronttransparent mit dem Text "Unser Land, unsere Heimat. Du mein Thüringen" laufen Denny Jankowski, Jörg Henke, Wiebke Muhsal und Stephan Brandner. Im Hintergrund laufen mehr Menschen. Zwei Personen tragen Wirmer-Fahnen.
    Gera, 19.2.2016 (v.l.n.r.): Die AfD Jena-Gera-SHK mit Denny Jankowski, Tim Beutler (Hintergrund m. gelber Weste), Jörg Henke, Wiebke Muhsal, Thomas Rudy und Stephan Brandner; 2. Reihe mit schwarzer Jacke und Wirmer-Flagge: ex-Sprecher des „Thüringer Heimatschutz“ Jörg Krautheim (Foto: Facebook)

    Die AfD Jena-Gera-Saale-Holzland-Kreis hatte von Anfang an schwache Strukturen und keine Basis im Landkreis. Trotz der Mitgründung des ersten Thüringer Landesverbandes durch den in Seitenroda bei Kahla ansässigen Matthias Wohlfarth ist der Kreisverband eine kleine Ansammlung von eher mäßig vernetzten kommunalen FunktionärInnen geblieben. Wahlerfolge bei Kommunal- und Landtagswahlen beruhten weniger auf der lokalen Verankerung als auf der generell zugunsten der AfD tendierenden politischen Stimmung. Nichtsdestotrotz gehören einige der kommunalen MandatsträgerInnen und KandidatInnen zu den extrem rechten außerparteilichen Bewegungen in Kreis und Land. Von deutschnationalen Burschenschaftern, Reichsbürgern, Autoren völkischer Verlage, Teilnehmern der Neonaziaufmärsche „Thügida“ bis hin zu Bündnispartnern von Kameradschaften und „Turonen“ ist alles dabei. Anlässlich der Kommunalwahlen werfen wir einen Blick in die blau-braunen Ecken der Täler und Hügel zwischen Jena und Gera.

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  • Von Prinzens Gnaden: AfD-Landratskandidat Uwe Thrum zwischen Neonazis und Reichsbürgern im Saale-Orla-Kreis

    Der Reichsbürger-Putschist Heinrich XIII. Prinz Reuß und Uwe Thrum am 20.8.2022 beim Marktfest in Bad Lobenstein (Bild: Twitter Peter Cissek)
    Der Reichsbürger-Putschist Heinrich XIII. Prinz Reuß und Uwe Thrum am 20.8.2022 beim Marktfest in Bad Lobenstein (Bild: Twitter Peter Cissek)

    Zur Landratswahl am 14.1.2024 tritt im Ostthüringer Saale-Orla-Kreis Uwe Thrum für die AfD an. Thrum wurde im Zuge rassistischer Mobilisierungen 2015 zum rechten Aktivisten und danach zum AfD-Politiker mit Sitz im Landtag. Er will nach dem Landkreis Sonneberg nun das zweite Landratsamt deutschlandweit für die AfD erobern. Thrum blieb auch als Landtagsabgeordneter seiner politischen Sozialisation als rechter Demagoge treu: Während der staatlichen Eindämmungsmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie eilte er von Montagsdemo zu Montagsdemo und gab den Rebell. Dabei machte er gemeinsame Sache mit Reichsbürgern und Neonazis wie Frank Haußner und Christian Klar. Thrums eigener AfD-Gebietsverband besteht aus AktivistInnen des Reichsbürger-Bündnisses „Freies Thüringen“, die vereinzelt an bundesweiten Aufmärschen neonazistischer Netzwerke teilnehmen. Wie gefährlich diese Netzwerke sind, zeigte die Gruppe um Heinrich XIII. Prinz Reuß aus dem südlichen Saale-Orla-Kreis die unter Mitwirkung einer AfD-Bundestagsabgeordneten einen Putsch geplant und riesige Waffenarsenale angelegt hatte. „Freies Thüringen“ bewarb und organisierte mehrfach Veranstaltungen mit Gefolgsleuten von Reuß, die an den Umsturzplänen teilhatten. Uwe Thrum ist mindestens bekannt mit jenem Reuß, der demnächst als Anführer dieser Terrorgruppe vor Gericht stehen wird. Mit einem Landrat Uwe Thrum hätten diese gefährlichen Netzwerke einen gewichtigen Fürsprecher neuen Rückenwind für ihre Gewaltbestrebungen.

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  • Kampfkunst Kahla e.V.: Neonazi als Kindertrainer und Vereinsvorstand

    Christian Krämer (1.v.l.) und Kindertrainer Stefan Dietsch (3.v.l.) beim „Rock gegen Überfremdung III“ in Apolda am 6.10.2018 (Foto: Recherche Nord)
    Christian Krämer (1.v.l.) und Kindertrainer Stefan Dietsch (3.v.l.) beim „Rock gegen Überfremdung III“ in Apolda am 6.10.2018 (Foto: Recherche Nord)

    Beim Kahlaer Karateverein Kampfkunst Kahla e.V. ist mit Stefan Dietsch ein einschlägiger Neonazi als Kinder- und Jugendtrainer tätig. Gleichzeitig gehört er zum vierköpfigen Vorstand des Vereins. Der Verein selbst wollte sich dazu nicht äußern, obwohl Dietsch seit Jahren in der Szene aktiv ist und der Verein dazu auch Belege vorgelegt bekam. Der Trainer beteiligte sich nicht nur 2013 am Solidaritätsfestival für den NSU-Mordhelfer Ralf Wohlleben, sondern fand sich auch 2018 mitten in Ausschreitungen und Hitlergrüßen beim Rechtsrock in Apolda wieder.

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  • „Freie Initiative Schleusingen“: Wenn das rechte Bürgertum rebelliert und der mitmischende Kader vom III. Weg keinen Unterschied macht

    Marcel Funke (III. Weg) bereitet am 26.4. die Abschlusskundgebung vor der leerstehenden Klinik in Schleusingen vor; Co-Organisatorin Katja Kühne ist 2.v.r. (Bild: Youtube)

    Die südthüringische Kleinstadt Schleusingen im Landkreis Hildburghausen hat in den vergangenen Wochen Schlagzeilen mit rassistischem Protest gegen Geflüchtete gemacht. Hintergrund sind die Pläne des Landratsamtes, 80 bis 100 Geflüchtete in einem ehemaligen Krankenhaus unterzubringen. Die erste Demo dagegen fand am 12.4.2023 statt – organisiert vom Neonazi-Funktionär Tommy Frenck aus Kloster Veßra zusammen mit dem Neonazi-Liedermacher Axel Schlimper. Infolge von Presseberichten, die ihre Kritik vor allem auf die Person Tommy Frencks beschränkten, gründete sich die „Freie Initiative Schleusingen“. Diese wollte den Beweis erbringen, dass es vermeintlich nicht-rechte Schleusinger Bürger*innen wären, die ihren „Sorgen“ Ausdruck verleihen wollten. Beim zweiten Aufmarsch am 26.4. zeigte sich eine dreiköpfige Organisationsgruppe. Zu dieser zählte auch Marcel Funke, der Antifaschist*innen seit Langem als führender Neonazi im Raum Saalfeld bekannt ist. Seit spätestens 2015 ist Funke Kader der NS-Splitterpartei „Der Dritte Weg“ (III. Weg). In Schleusingen gab Funke den einfachen Bürger und ließ seine Parteiuniform zuhause. Inhaltlich machte seine Einbindung ohnehin keinen Unterschied: Die Proteste wären ohne Funke ebenso völkisch, rassistisch und strukturell antisemitisch. Am morgigen Mittwoch, 10.5., wird zum nächsten Aufmarsch mobilisiert.

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  • Im rechten Trott – Die Montagsdemos von Jena bis Saalfeld

    Bei der Montagsdemo in Hermsdorf sind am 3.10.2022 Menschen mit Flaggen von "Freies Thüringen" und mit abgewandelten Thüringenflaggen zu sehen. Dazwischen laufen Leute mit Schildern, die vom Volkszorn sprechen.
    Flaggen der Reichsbürger „Freies Thüringen“, Russlands und der BRD zwischen Parolen vom Volkszorn: Hermsdorf am 3.10.2022 (Bild: Youtube)

    Vor knapp drei Jahren brach die Corona-Pandemie in Deutschland aus. Seit Mai 2020 verging kaum eine Woche, in der nicht rechte Verschwörungsideolog*innen, AnhängerInnen von AfD und anderen rechten Strukturen montags auf die Straße gingen. Vor einem Jahr überfiel Russland die Ukraine und führt dort seitdem einen grausamen Krieg. Die Montagsdemos griffen auch dieses Thema in zuverlässig autoritärer Manier auf und tragen seither allerorts Russlandfahnen mit. In unserer Region sind es vor allem Jena und Hermsdorf, wo beständig demonstriert wird. Hermsdorf ist dabei weitaus konstanter, was Beteiligung und Infrastruktur angeht. Die dahinterstehenden rechten Netzwerke sind teilweise jedoch die gleichen. In Kahla waren die Montagsdemos unbeständiger, aber wenig überraschend von einer höheren Anzahl bekannter Nazikader geprägt. Saalfeld vereint all diese Elemente bei einer relativ hohen und konstanten Teilnehmer*innenzahl. Nachdem wir gemeinsam mit der Recherche Ostthüringen vor einem Jahr bereits in einer Übersicht für Ostthüringen die Region zwischen Jena und Saalfeld beleuchteten, ist es Zeit für einen neuen Überblick.

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