Schlagwort: Weimar

  • Reich, rechts, russlandtreu (II): Der Kongress „Frieden und Dialog“ auf der Ordensburg Liebstedt im Weimarer Land

    Man sieht den Kongresssaal aus dem Jahr 2025. Die Teilnehmenden sitzen in dichten Stuhlreihen hintereinander. Rechts vorne sitzt Winfried Merkel in einem roten Shirt. Im Vordergrund des Bildes steht ein Mann mit langen Haaren und einem grauen Oberteil.
    Bild vom Kongress 2025 mit dem rechten Jenaer Verschwörungsaktivisten Winfried Merkel in der ersten Reihe in rot

    Vom 25.-27. September steht in Liebstedt zwischen Weimar und Apolda eine Neuauflage des rechtsoffenen Kongresses „Frieden und Dialog“ an, der vom umtriebigen Unternehmerpaar Marion Schneider und Klaus-Dieter Böhm-Schneider organisiert wird. Auch dieses Jahr werden dort ReferentInnen erwartet, die zur (extrem) rechten und verschwörungsideologischen Mischszene gehören. Der Kongress wird seit 2024 auf der Ordensburg Liebstedt veranstaltet, die zum Imperium von Marion Schneider und Klaus-Dieter Böhm-Schneider gehört, über deren politische Aktivitäten in der extremen Rechten und kremlfreundlichen Szene wir Anfang Juni ausführlich berichteten. Den beiden gehört nicht nur die Toskana-Therme in Bad Sulza nebst weiteren Hotels und Wellness-Einrichtungen, sie sind auch EigentümerInnen des Lokalsenders Salve TV. Wie wir gezeigt haben, nutzen die beiden ihren Sender für die Verbreitung von rechten und menschenfeindlichen Inhalten, wenn etwa Diether Dehm eine eigene Sendung moderiert, Björn Höcke schulterklopfend interviewt wird oder Klaus-Dieter Böhm-Schneider selber gegen marginalisierte Gruppen austeilt. In diesem Artikel wollen wir uns dem politischen und kulturellen Netzwerk der Böhm-Schneiders widmen und dazu den Kongress „Frieden und Dialog“ unter die Lupe nehmen. Wir weisen an dieser Stelle auf den Artikel und den Protest der „Antiverschwurbelten Aktion“ gegen den Kongress im September 2025 hin, von dem hier nachzulesen ist. Die Aktivist*innen nennen den Kongress in ihrem Artikel eine „putinistische Querfront-Veranstaltung“. Diese Einschätzung teilen wir und rufen alle Antifaschist*innen dazu auf, sich mit dem Kongress auseinanderzusetzen und ihn dieses Jahr nicht unwidersprochen geschehen zu lassen.

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  • Reich, rechts, russlandtreu (I): Das Unternehmerpaar Böhm-Schneider von Toskana-Therme und Salve TV

    eine Bildmontage. Links: Zu sehen ist eine große Menschenmenge. Im Hintergrund sind verschiedene Fahnen zu erkennen: zwei Deutchlandfahnen, mehrere Thüringenfahnen sowie eine Fahne mit dem Loge von „Freies Thüringen“. Außerdem werden zwei Schilder hochgehalten, das Hintere ist zu weit in der Ferne um die Schriftzeichen darauf zu erkennen, auf dem Vorderen steht in schwarz und orange (den Fahnen von „Die Heimat“) „Frieden mit Russland“. Vorne links steht eine lächelde Marion Schneider, in den Händen ein wohl die Bühne vor ihr filmendes Handy. Rechts: Die drei Männer sitzen jeweils auf Holzstühlen mit blauem Polster. Rechts Dieter Böhm-Schneider in einem Sessel. Seine Beine sind überschlagen, auf diesen liegen mehrere Blätter Papier. Böhm-Schneiders Blick ist auf den mittig sitzenden Björn Höcke gerichtet, dieser trägt als einziger eine überdimensionierte blaue Krawatte. Hinter Höcke steht ein großer LED-Strahler, der sich im Hintergrund spiegelt. Am linken Bildrand sitzt Dieter Dehm in Trachtenjacke.
    Links: Marion Schneider auf dem Großaufmarsch von AfD und Geraer Naziszene in Gera am 3.10.2022; rechts: Klaus-Dieter Böhm-Schneider beim Interview mit Björn Höcke und Dieter Dehm am 23.10.2025 auf Salve TV, gedreht auf der Ordensburg Liebstedt

    Mit der Erstausgabe der „Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung“ sind neue rechte Medien mit der Finanzierung rechter Millionäre aktuell in aller Munde. In Thüringen gibt es dieses Phänomen bereits seit Jahrzehnten als Fernsehformat: Salve TV, geführt vom Unternehmer-Paar Marion Schneider und Klaus-Dieter Böhm-Schneider. Ihre Unternehmen sind weithin bekannt: Die Toskana-Thermen in Bad Sulza, Bad Schandau und Bad Orb mit jeweils dazugehörigen Hotels. Hinzukommt das Hotel Ritter in Fulda, eine Consulting GmbH, Verwaltungsfirmen für ihre Immobilien und eine Filmproduktionsfirma als Teil von Salve TV. Kürzlich wurde zudem die Ordensburg Liebstedt erworben. Das Unternehmer-Paar ist umtriebig, reich und gut vernetzt. Dass sie eine klare rechte politische Agenda verfolgen, wurde bislang leider noch nicht thematisiert. Vielmehr gelingt es ihnen, sich mal als Friedensbewegte, mal als Kunstmäzene und mal als KommunalpolitikerInnen zu inszenieren. Wer ihre Aussagen in den vergangenen zehn Jahren genauer verfolgt hat, muss zu einem anderen Schluss kommen: Marion Schneider und Klaus-Dieter Böhm Schneider nutzen ihren privaten TV-Sender mit Sendefrequenz in Mittel-/Ostthüringen für eine rechte Agenda: Schneider bietet verschiedensten AktivistInnen aus Kreisen von Querdenken, nationalistischen Montagsdemos und putintreuen Milieus eine Plattform, während Böhm-Schneider in einer wöchentlichen Talksendung rechte Stammtischparolen wiederkäut. Das Paar äußert sich seit Jahren deutlich transfeindlich, steht voll hinter der AfD und brennt für Putins Russland. Zeit für einen kritischen Blick auf die SchlossherrInnen aus Auerstedt und Liebstedt im nördlichen Weimarer Land.

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  • Kevin Armstroff: Ein bekannter Neonazi im Dienste der städtischen Jenaer ASI GmbH

    Kevin Armstroff als Besucher der “Tage der nationalen Bewegung” in Themar am 06.07.2019. (Foto: Recherchenetzwerk Berlin)

    Bei einem Unternehmen der Jenaer Stadtwerke, der ASI Anlagen, Service, Instandhaltung GmbH, arbeitet der bekannte Neonazi Kevin Armstroff aus dem Weimarer Land. Armstroff ist seit mindestens 2013 regelmäßiger Besucher von Naziaufmärschen, gehörte zur “Aktionsgruppe Weimarer Land” aus dem Spektrum der “Autonomen Nationalisten” und beteiligte sich an Aktionen der faschistischen Partei “Die Rechte” in Erfurt und Jena. Noch im Dezember 2019 lief er zusammen mit verurteilten Nazischlägern im Hakenkreuz-Pullover über den Erfurter Weihnachtsmarkt. Seit vergangenem Jahr ist er für ASI im Bereich Elektrik in den Häusern von JenaWohnen oder in städtischen Kulturzentren unterwegs. Wenig überraschend, ist doch der politische Ziehsohn Ralf Wohllebens, der frühere NPDler Nico Schneider, Ausbildungsleiter bei ASI.

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  • „Der III. Weg“: Terror-AnhängerInnen aus Ostthüringen

    Der 1. Mai war ein Totalausfall für die Pläne der Kleinstpartei „Der III. Weg“ in Erfurt. Die Räumlichkeiten der Partei in Erfurt-Herrenberg stehen unter Räumungsdruck.
    Für Oktober ist jedoch schon eine nächste überregionale Demo angekündigt. Und weder im Erfurter Süden noch in anderen Städten Ostthüringens dürfte es für die Nazis schwer sein, leerstehende Flächen für ein Folgeprojekt der Erfurter „Volksgemeinschaft e.V.“ anzumieten. Nachdem wir in einem ersten Teil den Apoldaer Nachwuchs der Partei vorgestellt haben, wollen wir nun einen genaueren Blick auf die terroraffinen Ostthüringer Kader werfen. Denn trotz Einheitskleidung, Fahnen und Antritt bei Wahlen ist die Gruppierung weniger eine Partei als vielmehr ein Sammelbecken militanter Nazis und AnhängerInnen rechtsterroristischer Strukturen.

    Anika Wetzel, Franzy Schulz und Nico Metze beim Naziaufmarsch in Plauen am 01.05.2016. (Foto: Presseservice Rathenow)

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  • Neonazi trainiert in Weimar mit scharfen Waffen

    Spätestens wenn Neonazis mit scharfen Waffen trainieren, stellt dies eine enorme Gefahr für alle Menschen dar, die von Nazis als Feinde markiert werden. Der Apoldaer Neonazi Robert Hoyer macht genau das. Er trainierte am vergangenen Wochenende auf dem Schießstand des Schützenvereins Weimar e. V. mit scharfen Schusswaffen. Seine Sympathie zu Naziterrornetzwerken versteckt er dabei nicht. Robert Hoyer postete erst einige Wochen zuvor nach dem Verbot von „Combat 18“, das in Nazikreisen beliebte Share-Pic „Wombat 18“, das eine Sympatie bzw. Solidaritätsbekundung für das Terrornetzwerk „Combat 18“ ausdrückt. Doch nicht nur auf dem Schießstand hantiert Hoyer mit gefährlichen Waffen. In seinem Besitz befindet sich u.a. eine professionelle Armbrust, die dazu geeignet ist, Menschen schwere bis tödliche Verletzungen zuzufügen. Es sollte kein Zweifel daran bestehen, dass der Neonazi Hoyer auch bereit ist, diese erworbenen Waffen und Fähigkeiten im Sinne seiner menschenverachtenden Weltanschauung auch einzusetzen. (mehr …)