
Am 3.10.2026 steht in München ein bekannter Neonazi für „KiBo“ Bad Berka im Ring: Stefan Rose von der Apoldaer Rechtsrockband „12 Golden Years“. Die Fight Night soll von BILD+ live übertragen werden und bietet dem Neonazi somit eine weitaus größere Bühne als bei früheren klandestin organisierten NS-Konzerten. Bei „Kickboxing Bad Berka“, kurz „KiBo“, wird seit einigen Jahren neben klassischem Boxen und Kickboxen auch Fitness- und Kindertraining angeboten. Zu den Gründungsmitgliedern gehört Heidi Lorber, die seit gut 15 Jahren in der Neonaziszene aktiv ist. Lorber war zunächst Kindertrainerin und bietet nun ein Frauentraining an. Neben diesen exponierten Personen trainieren weitere junge Neonazis aus dem Umfeld der Erfurter Hooliganszene und der militanten Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ in Bad Berka Kampfsport. Nur wenige Kilometer von Jena entfernt werden exakt jene Kreise in Kampftechniken ausgebildet, von denen brutale Übergriffe zu befürchten sind. Im Folgenden zeigen wir mit einer Übersicht, welche Rechten beim KiBo trainieren und welchen Netzwerken sie zuzuordnen sind.
KiBo-Trainerin und Neonazi-Model: Heidi Lorber

Heidi Lorber kommt aus Bad Berka und ist schon seit gut fünfzehn Jahren in der Neonazi-Szene aktiv. Lorber zählt zum Umfeld der früheren „Kameradschaft Apolda“ und ist vor allem als Anhängerin von Neonazi-Musik auf Veranstaltungen aufgefallen. Als die Ostthüringer Neonaziszene am 15.6.2013 in Kahla den „Thüringentag der nationalen Jugend“ abhielt, nahm Heidi Lorber in Begleitung eines Brandenburger Neonazi-Musikers teil. Lorber demonstrierte mit ihrer Teilnahme in Kahla auch ihre Solidarität mit dem zu jener Zeit in Untersuchungshaft sitzenden NSU-Waffenbeschaffer Ralf Wohlleben, für den mit dem Festival Spenden gesammelt wurden. Drei Wochen später nahm Heidi Lorber am Neonazi-Festival „Rock für Deutschland“ in Gera teil, dieses Mal an der Seite von Ronny Linke aus Weimar. Linke war schon mit dem NSU-Kerntrio in den Neunzigern bekannt und ist seither unbeirrbarer Aktivist des militanten und seit 2000 verbotenen Netzwerks „Blood and Honour“.

Lorber beteiligte sich auch an der bis dato letzten Ausgabe des „Rock für Deutschland“ in Gera am 1.7.2017. Das Festival hatte bis zu vierstellige BesucherInnenzahlen und konnte namhafte deutsche Neonazi-Bands sowie eine HS-Hardcore-Band aus Südtirol vorweisen. Der NSU-Helfer André Eminger betreute auf dem Festival einen Stand der „Gefangenenhilfe“, die sich für seinen damals weiterhin inhaftierten Mitangeklagten Ralf Wohlleben einsetzte.

Als Ronny Linke und weitere Ostthüringer Neonazis versuchten, sich im zwar verbotenen, aber weiter prestigeträchtigen „Blood and Honour“-Netzwerk neu zu positionieren, war im Sommer 2019 wiederum Heidi Lorber dabei. Die Neonazis luden mit „Brutal Attack“ aus England ein Flagschiff von „Blood and Honour“ ein, was zur Legitimierung des von Konkurrenzen geprägten und zersplitterten Untergrundnetzwerks gilt. Das Konzert fand mutmaßlich im Weimarer Land statt. Wie eng Heidi Lorber diesen militanten Netzwerken und deren Ideologie ist, demonstrierte sie der Öffentlichkeit im Jahr 2020, als sie mit der Absicht, anonym zu bleiben, für den Apoldaer Neonazi-Versand „Nordrausch“ von Fabian Kellermann posierte. Kellermann übernahm ein Jahr später den etablierten Versandhandel „Das Zeughaus“, der dem „Blood and Honour“ Netzwerk nahesteht. Das Bekenntnis auf dem von Heidi Lorber präsentierten Shirtmotiv für den Versand ist eindeutig: „NS Streetwear“. Lorber ist anhand ihrer Tattoos eindeutig zu erkennen. Aus ihrer Zugehörigkeit zur Neonaziszene macht Heidi Lorber auch beim KiBo Bad Berka keinen Hehl. Ganz im Gegenteil, nimmt sie doch in Kleidung der von Neonazis betriebenen Marke „Pro Violence“ an Trainings teil. Vom sächsischen Rechtsrock-Label „OPOS“ (One People One Struggle) trägt Lorber auch bei von ihr geleiteten Trainings Merchandise mit „One Family“, was sich auf die von OPOS propagierte Idee eines Kampfes für eine weiße völkische Vorherrschaft bezieht. Bilder davon veröffentlicht KiBo Bad Berka selber freimütig.

KiBo-Wettkämpfer und Rechtsrocker: Stefan Rose

Stefan Rose kommt ursprünglich aus Auerstedt im nordöstlichen Weimarer Land. Dort stieß er in den späten 2000er Jahren zur Neonaziszene hinzu, die sich um die „Kameradschaft Apolda“ sammelte. Rose begann mit anderen Apoldaer Neonazis als „12 Golden Years“ den Sound der Neonazi-Skinhead-Bands der 1990er nachzuspielen. Der Bandname ist dabei Programm: Rose und seine Kameraden glorifizieren die 12 Jahre der NS-Herrschaft, verbreiten Rassismus und antisemitische Hetze. Das Bekenntnis zu dieser Musik trägt Rose in Form eines „Hatecore“-Tattoos auf dem rechten Unterarm. Nach Dutzenden Live-Auftritten und mehreren Alben wurde es die vergangenen Jahre merklich ruhiger um die Band. Dies könnte auch mit einer Veröffentlichung Ende 2020 auf diesem Blog zu den Umtrieben von Rose & Co zu tun haben.

Stefan Rose zog zwischenzeitlich nach Mönchenholzhausen zwischen Weimar und Erfurt. Er ist als freier Fotograf und Filmer tätig, sowohl auf Hochzeiten als auch für Sport- und Dorfkulturvereine. Auch das KiBo Bad Berka lässt sich beim Marketing von Roses Fotos helfen. Wie verbunden Stefan Rose und seine Kameraden der militanten Naziszene nach wie vor sind, zeigte sich 2023 bei mehreren Anlässen: Im Frühjahr 2023 waren Roses Bandkollegen ohne ihn selber bei einem von bundesweiter Beteiligung geprägten Neonazi-Konzert in Neumünster, das unter Krawallen der Nazis von der Polizei aufgelöst wurde. Im August 2023 war auf verdeckt gemachten Aufnahmen von einer Beerdigung im brandenburgischen Beeskow auch Stefan Rose selbst, zusammen mit Bandkollegen von „12 Golden Years“ und weiteren Kadern der Apoldaer Kameradschaftsszene, zu sehen. Die Gruppe nahm an der Beerdigung des Rechtsrockmusikers Christian Dürre teil. Dürre war Schlagzeuger in mindestens fünf Rechtsrockbands, darunter die mit seinem Bruder Nico Dürre betriebene Beeskower Band „Frontfeuer“, aber auch die „Landser“-Nachfolgeband „Die Lunikoff Verschwörung“. Dürre spielte live mit dem bei Weimar wohnhaften Manfred Wiemer mit dessen Neonazi-Kultband „Radikahl“.

Seit diesem Jahr ist Stefan Rose regelmäßig bei Trainings beim KiBo Bad Berka zu sehen und bestritt im August in Grimma seinen ersten Box-Wettkampf mit Unterstützung vom KiBo. Rose war schon früher Hobbyboxer und trainierte u.a. vor 5-6 Jahren im Freien mit Apoldaer Kameradschaftsaktivisten. Nun hat er einen Verein gefunden, der ihn in Kampftechniken trainiert und in den Wettkampfsport einführt.

III.Weg-Anhänger und Hooligan-Umfeld: Robin Klein

Robin Klein ist ein weiterer Neonazi-Aktivist, der seit Längerem beim KiBo trainiert. Er kommt aus Blankenhain und ist seit mehreren Jahren in der Thüringer Neonaziszene aktiv. Klein fiel zuerst auf, als er am 1. Mai 2023 mit einer Thüringer Abordnung der kurzzeitig sehr aktiven „Neue Stärke Partei“ (NSP) zu einer Neonazi-Kundgebung nach Waren/Müritz fuhr. Die NSP war eine Nachfolgegruppe des im Streit mit der restlichen Partei aufgelösten Erfurter Ablegers vom III. Weg. Angeführt wurde diese Gruppe von Neonazis aus dem Fußball- und Hooliganmilieu des FC Rot-weiß Erfurt (RWE).

Das Erfurter Fußballmilieu beförderte rund um Nick Schwiderski, einen früheren Aktivisten der NSP, in der darauffolgenden Zeit eine neue Mobilisierung junger Neonazis, zu der auch Robin Klein gehörte. Im Februar 2024 marschierte dieses Dutzend junger Rechter hinter einem Banner „Thüringens Jugend“ im bundesweit größten Neonaziaufmarsch durch Dresden. Die Teilnehmer dieses Thüringer Blocks rekrutierten sich durchgängig aus dem jüngeren und rechten Teil der Erfurter Fußballszene, maßgeblich aus Erfurt, dem Raum Sömmerda und dem Weimarer Land.

Robin Klein organisierte sich jedoch auch über den Fußball und solche Aufmarschbesuche wie in Dresden hinaus in der Neonaziszene. So wurde er in der „Nationalrevolutionären Jugend“ (NRJ) aktiv, der Jugendorganisation der militanten Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ (III. Weg). Die Gruppe ist vielerorts für erlebnisorientierte Aktivitäten für junge Männer, Propagandaaktionen und Kampfsporttraining bekannt. In Orten wie Zwickau, Berlin oder Erfurt haben sich ihre Mitglieder auch mit brutalen Übergriffen auf Linke und Antifaschist*innen einen Namen gemacht. Robin Klein beteiligte sich am 22.3.2024 an einem internen Kampfsporttraining der NRJ in den Räumlichkeiten der Partei in Ohrdruf im Landkreis Gotha. Teilnehmer und mutmaßlich auch Anleiter war der aus Nordbayern stammende militante Neonazi Nils Kirrbach, der auch enge Verbindungen zu „Knockout 51“ und „Combat 18“ hat.

Fünf Wochen nach dem Kampfsporttraining beim III. Weg marschierte Robin Klein mit der Partei zum 1. Mai 2024 durch Sonneberg. Der Aufmarsch war nur intern beworben und kurzfristig angemeldet worden, offenbar zur Vorbeugung von Gegenprotesten. Robin Klein trug das Shirt der NRJ und lief gemeinsam mit Erfurter Kameraden.

Zur Abschlusskundgebung der AfD im Landtagswahlkampf Thüringen am 31.8.2024 kam die gesamte rechte Jugendszene von Rot-Weiß Erfurt, der NRJ und weiteren losen Neonazigruppen aus Thüringen zusammen. Im Vorfeld wurde bereits ein Gruppenfoto mit einem Banner „Kommunisten behindert schlagen“ geschossen, an dem auch Robin Klein teilnahm. Später war er auch auf dem Domplatz in einem Shirt der Neonazi-Kampfsportserie „Kampf der Niblungen“ zu sehen.
Neonazi und Hooligan-Umfeld: Danilo Martin

Danilo Martin kommt aus Nohra zwischen Weimar und Erfurt und ist schon seit über zehn Jahren in der Naziszene aktiv. Martin lief bereits als Jugendlicher beim Naziaufmarsch in Weimar mit, der jährlich im Februar stattfand. Hier kamen Jahr für Jahr militante Neonazis und Shoa-Leugner aus ganz Deutschland zusammen, um anlässlich des Jahrestags der Bombardierung Weimars im zweiten Welktrieg einen revisionistischen Aufmarsch mit dem Ziel einer Schuldumkehr abzuhalten. Im Jahr 2014 lief auch Danilo Martin im Aufmarsch mit, hinter dem Transparent der Kameradschaftsszene aus Leipzig. Ein Jahr später war Danilo Martin erneut dabei.

Danach war von Martin längere Zeit nicht viel auf rechten Veranstaltungen zu sehen. Abseits der Politik war er Fußballer beim Isserodaer SV und im Dorfleben bei der Kirmesgesellschaft Nohra aktiv. Als die AfD ihren Wahlkampfabschluss zur Thüringer Landtagswahl am 31.8.2024 auf dem Erfurter Domplatz feierte, tauchte Martin dann inmitten einer großen Gruppe jugendlicher Neonazis wieder auf. Diese sammelten sich um Eric Krempler aus Eisenach und Aktivisten der damalig noch existenten „Nationalrevolutionären Jugend“ Erfurt (NRJ) des III. Weg.

Im selben Zeitraum begann Martin mit regelmäßigem Kickboxtraining beim relativ neu gegründeten „Kickboxing Bad Berka“. Dabei war er oft zusammen mit dem bereits erwähnten Robin Klein zu sehen. Die beiden zählen zudem zum rechten Teil der Fanszene beim Rot-Weiß Erfurt und stehen mittlerweile regelmäßig beim früheren „Jungsturm Erfurt“ im Steigerwaldstadion, der sich hinter der Zaunfahne „Armada“ im Sitzplatzbereich sammelt. Auch beim Training machte Danilo Martin keinen Hehl aus seiner rechten Haltung, wenn er etwa in Shirts der Cottbusser Neonazimarke „Label 23“ trainiert und das auch im Netz präsentierte.

Neonazi-Aktivist: Kevin Pöllinger

Kevin Pöllinger kommt aus Weimar und zählt zu einer losen Neonazi-Clique aus dem Weimarer Land. Er nimmt seit Jahren an Kundgebungen und Aufmärschen der Neonaziszene teil. Pöllinger ist häufiger mit gleichaltrigen Neonazis aus Kahla unterwegs, sowohl bei privaten Festen, als auch auf Veranstaltungen. Als etwa David Köckert in Greiz zu einer rechten Kundgebung im Februar 2024 mobilisierte, erschien auch Pöllinger und war bei Sprechchören zu sehen.

Mit seinen Kahlaer Kameraden verbrachte Pöllinger Abende am Turm vor dem ehemaligen KZ Buchenwald oberhalb von Weimar. Von hier veröffentlichten die Neonazis etwa dieses Foto im April 2024. An der Gedenkstätte kommt es in den vergangenen Jahren immer wieder zu neonazistischen Schmierereien und Sachbeschädigungen, auch in der zweiten Hälfte des Jahres 2024.

Zusammen mit dem Neonazi-Aktivisten Michael Engling aus Mellingen lief Pöllinger mitsamt seiner Kahlaer Kameraden auch im Naziaufmarsch von „Die Heimat“ am 1.5.2025 durch Gera.

Trainer auf rechter Montagsdemo

Der KiBo-Trainer Philipp Möller beteiligte sich am 26.9.2022 an der Weimarer Montagsdemo, die sich zu jenem Zeitpunkt für fortgesetzte Handelsbeziehungen mit Russland und gegen eine Unterstützung der Ukraine einsetzte. Die Weimarer Montagsdemo wurde ursprünglich als Protest gegen staatliche Pandemieschutzmaßnahmen begonnen, jedoch bald von der Reichsbürgerszene und weiteren mit Neonazis vernetzten AktivistInnen übernommen. So trat dort bereits 2021 der Antisemit und Reichsbürger Frank Haußner auf und es nahmen regelmäßig junge Neonazis teil. Ein Weimarer Teilnehmer wurde später prominent, als er seine Stelle am örtlichen Amtsgericht verlor: Christian Dettmar hatte in Zusammenarbeit mit u.a. Ivonne Nöhren aus Jena gezielt klagewillige Eltern gesucht, um in rechtsbeugerischer Absicht ein Urteil gegen Maskenzwang für Schüler*innen zu erlassen. Dettmar war als Amtsrichter für dieses Urteil beim Bereich des Verwaltungsgerichts nicht zuständig und hatte zudem gezielt eine Klägerin suchen lassen, deren Nachname vom Anfangsbuchstaben her innerhalb des Amtsgericht ihm zugeordnet werden würde. Es ist diese Szene, der sich Philipp Möller vom KiBo offensichtlich 2022 verbunden fühlte.
Weimarer Cobras: RWE-Anhänger zwischen Hitler-Reels und Kickbox-Training

Aus dem RWE-Fanspektrum kommt die relativ junge Kleingruppe „Weimarer Cobras“, von denen mehrere Mitglieder beim KiBo Bad Berka Kickboxen trainieren. Im Steigerwaldstadion stehen die Cobras mit eigener Zaunfahne im Stehplatzbereich neben der Kurve der Erfurter Ultras, treten aber selber wie eine Ultragruppe auf. Sie beteiligten sich am Erfurter Block in der bundesweiten Ultra-Demo am 16.11.2025 in Leipzig, die sich gegen verschärfte Repression gegen Ultras und Einschränkung von Fankultur in Stadien richtete. Die Gruppenmitglieder der „Weimarer Cobras“ fielen im vergangenen Jahr dadurch auf, dass mehrere ihrer überwiegend jugendlichen Mitglieder an Demonstrationen von AfD und „Die Heimat“ teilnahmen. In den sozialen Medien zeigen sich die Mitglieder mit Hitlergrüßen, Rechtsrock-Reels und Neonazi-Shirtmotiven. Am 12.7.2025 erschienen mehrere Mitglieder dieser Gruppe zum Naziaufmarsch in Apolda, darunter David Prinz und die Jugendlichen Karl und Ben, die mit ihren Kameraden aus der jüngeren Naziszene aus Apolda und Kahla zu sehen waren.

Zu einer AfD-Kundgebung in Erfurt am 3.10.2025 erschien Arthur Jäcksch aus derselben Gruppe, wiederum mit Ben aus Weimar. Die beiden kamen in Begleitung weiterer Jugendlicher und des für verschiedenste brutale Übergriffe und eine gut fünfzehnjährige Zugehörigkeit zur militanten Kameradschaftsszene bekannten Weimarers Thomas Holzinger. Holzinger bringt seit Jahren junge Rechte mit zu allerlei rechten Kundgebungen, von Montagsdemos über JA/AfD und Neonaziaufmärschen.

Die jungen Rechten von den Weimarer Cobras treten just in die Fußstapfen älterer Weimarer Neonazis wie Thomas Holzinger, wenn sie inzwischen ebenfalls am Rande linker Demos als Gruppe zum Provozieren auftauchen. Die für kommende Übergriffe notwendigen Kampftechniken lernen sie nun beim KiBo Bad Berka. Der Großteil der Gruppe hat dieses Jahr vielfach an Trainings teilgenommen, wie Bilder zeigen.

Fazit
Das KiBo Bad Berka reiht sich bedauerlicherweise ein in eine Landschaft von Kampfsportvereinen in der Region, die keine Abgrenzung nach Rechts kennen. Dieses Problem hatten wir in der Vergangenheit bereits in Bezug auf „Invictus Saalfeld“ benannt, wo der Rechtsrocker und Hammerskin-Anhänger Mirko „Barny“ Fritze (geb. Szydlowski) zum inneren Kern gehört. Auch in Jena gab es eine Kampfsportschule, bei der Apoldaer Neonazis als TrainerInnen auftraten. Infolge unserer Veröffentlichung dazu schloss die gesamte Schule. In Bezug auf KiBo Bad Berka muss resümiert werden, dass hier Neonazis wie Stefan Rose trainiert werden, die per einfache Internetsuche als langjährige Rechtsrockmusiker erkannt werden müssten. Durch die Einbindung des KiBo in Kampfsportnetzwerke soll Stefan Rose am 3.10. in München prestigeträchtig mit Live-Übertragung bei BILD+ im Ring stehen. Die Organisatoren dieses Kampfes wurden genauso wie BILD über Roses Hintergrund im Vorfeld informiert, ignorierten jedoch diese Hinweise. Auch Heidi Lorber ist per einfacher Internet-Suche als Teil von Neonazinetzwerken zu entlarven. Sie kann zudem in Kleidung aus Neonaziversänden Trainings beim KiBo durchführen, ohne auf Widersrpuch zu stoßen. Dass Robin Klein, Danilo Martin oder die Mitglieder der „Weimarer Cobras“ nicht nur Fußballfans, sondern rechte Aktivisten sind, wird mit einem ersten Blick auf deren Social Media Profile klar. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass diese beim Training in Bad Berka bislang nicht durch rechte Sprüche aufgefallen sind. Da das KiBo sehr aktiv auf Instagram postet und die jungen Rechten diese Posts regelmäßig auf ihren Profilen teilen, wäre es unglaubwürdig, dass deren sonstige Neonazi-Postings oder Profilnamen mit „NS“ oder „88“ nicht auffallen. Es ist gleichwohl nicht dem Club selbst das Etikett „rechter Verein“ anzuheften, da die meisten Trainer*innen und Sportler*innen keinerlei Anzeichen für Sympathien für neofaschistische Ideen und Bewegungen zeigen. Der Trainer*innenstab zeigt jedoch genausowenig Anzeichen für ein diesbezügliches Problembewusstsein. Das Problem ist dabei offensichtlich: In Bad Berka werden jene Leute trainiert, die rund um Fußballspiele, rechte Aufmärsche und im Alltag Linke, rassifizierte Menschen und kritische Presse körperlich angreifen. Insofern stellt die aktuelle Trainingspraxis in Bad Berka eine deutliche Gefahr dar.


